Bayerischer Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.


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Psychische Gesundheit

  • Die Seele

    Die Psyche, griechisch für "die Seele", spielt eine große Rolle in unserem Leben. Wir können traurig sein oder fröhlich, gelassen oder überdreht, wir können uns gut fühlen oder es ist uns gar nicht wohl in unserer Haut. Immer geht es dabei um unsere psychische Verfassung.

    Man kann sich darüber streiten, wo der Sitz der Seele im Körper eigentlich ist. Früher dachte man eher ans Herz, an die Seele in der Brust. Heute, und vor allem in der Wissenschaft, tendiert man zu der Überzeugung, im Kopf, im Gehirn, säße die Seele des Menschen.

    Das Innere unseres Kopfes ist ein Wunderwerk der Natur. Millionen von Nervenzellen (Neuronen) verarbeiten und verknüpfen innere Informationen des Körpers und äußere, von der Umwelt kommende. Über die Sinnesorgane können wir hören und sehen, wir können riechen und schmecken, wir können fühlen und empfinden, wir können eine Situation einschätzen, uns in andere Menschen oder Tiere einfühlen. Unsere Seele kann Geborgenheit spüren oder gar Angst und Panik. Dabei gibt es für bestimmte Bereiche des Gehirns unterschiedliche Aufgaben, und eine veränderte oder krankhafte Gehirnaktivität führt zu einem entsprechendem psychischen Zustandsbild beim Menschen. So ist zum Beispiel bei depressiven Menschen, die linke Gehirnhälfte überaktiv (das Denken und das Rationale), während die rechte blockiert ist. Hier kommt es darauf an, durch entsprechende Betätigung oder Übungen wieder ein Gleichgewicht herzustellen.

    Eine Besonderheit beim Menschen ist das Denken, welches vor allem auf der (inneren) Sprache beruht. Der Mensch denkt viel und gründlich nach. Über sich, über den Chef, über die Kollegen, über die Nachbarn oder die Eltern. Manchmal denkt der Mensch einfach zu viel nach. Besondere Probleme oder Ereignisse können das Gedanken-Räderwerk im Kopf einfach nicht zur Ruhe kommen lassen. Und dann ist das Gehirn und sein Denksystem, das bei weitem noch nicht endgültig erforscht ist, ein Gefangener seiner eigenen Gedanken: Die Gedanken lassen einen nicht mehr los, man kann nicht mehr abschalten. Man wird von ihnen getrieben und getäuscht, gehetzt und verführt. Hier kann ein Beruhigungsmittel helfen. Dazu später mehr ...

  • Der Körper

    Unser Kopf und damit auch unsere Gedanken hängen aber nicht im luftleeren Raum. Sie sind untrennbar mit dem Leib, unserem Körper, verbunden. Der Körper braucht frische Luft zum Atmen, er braucht passende Kleidung, um nicht zu frieren oder zu schwitzen; er braucht Trinken und Essen. Besonders Letzteres ist sehr wichtig und wird vom Gedankenkopf sehr schnell vergessen. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen! Nach einem schönen gemütlichen und üppigen Abendmahl, vielleicht mit einem Gläschen Wein, sieht die Welt schon ganz anders aus, und die schrecklichen Gedankengespenster sind von dannen gezogen. Auch braucht der Körper, wie die Seele, seinen richtigen Rhythmus: Auf Aktivität und Anspannung sollte eine Phase der Ruhe folgen. Unterschiedliche Tätigkeiten sollten einander abwechseln, zum Beispiel auf Schreibarbeiten folgt Musik hören, oder nach der Stunde im Internet spült man das Geschirr ab. Es kommt darauf an, bei allem das richtige Maß zu finden, und zu spüren, wann es Zeit für einen Wechsel ist.

  • Der Schlaf

    Gehirn und Körper können nicht ständig im Dauereinsatz sein. Schon tagsüber brauchen sie kleine Ruhepausen und erst recht in der Nacht. Der Mensch braucht im Durchschnitt 7-9 Stunden Schlaf jeden Tag. Wenn er das auf Dauer nicht bekommt, wird er körperlich krank oder sein Gehirn spielt verrückt.

    Jeder kennt die schwere körperliche Erschöpfung nach einer Nacht ohne Schlaf. Oder die Kopfschmerzen, die einfach nicht weggehen wollen. Bei bestimmten Seelenzuständen, bei euphorischen Gedanken oder spirituellen Erkenntnissen jedoch, kann das Schlafbedürfnis stark vermindert sein. Und der Mensch bleibt bis tief in die Nacht auf, macht dies und jenes, je nach Eingebung seiner Gedanken. Aber sie spielen ein gefährliches Spiel mit dem Körper und dem Gehirn! Vielleicht schaffen sie es so ein, zwei Tage - ohne Schlaf - aber irgendwann kann das Gehirn nicht mehr: Es produziert Fehlwahrnehmungen, Sinnestäuschungen; es lässt uns Dinge sehen, die gar nicht da sind und es lässt uns Angst oder Euphorie empfinden - Ausnahmezustände der Seele, die uns die seltsamsten Dinge tun lassen und die für unser Leben sehr gefährlich werden können.

    Deshalb ist es sehr hilfreich, in besonderen (Not)Fällen, den Schlaf zu unterstützen: Mit Schlaftropfen, mit einer Schlaftablette, oder wenn beides nicht da ist: ein Glas Bier trinken oder ein Glas guten Weines! Wenn man schon ein Medikament verfügbar hat, ein Neuroleptikum, sollte man dieses vielleicht in einer höheren Dosis einnehmen ... aber bitte nicht zusammen mit Alkohol! Das alles wirkt beruhigend auf Körper und Gehirn und führt zu erholsamen Schlaf und zu einer Entspannung und Entkrampfung der Gedankenspiralen oder Halluzinationen.

  • Zusammenfassung

    Der Körper und die Seele befinden sich in einem empfindlichen Gleichgewicht, das von vielen Seilen gehalten wird: Von frischer Luft, von passender Kleidung, von ausreichend Essen und Trinken, von angenehmer Betätigung und Sozialkontakt und von ausreichend Schlaf, der manchmal (in Notfällen) besonders unterstützt werden muss.

jle